…einsamer Cowboy oder mit dem Treck ins gelobte Land?
Wer mich und meine Agentur Echopark kennt, weiss ich bin ein Freund von DIGILOGEN. Dem Zusammenspiel aus Digitalem und Analogem. Oft wird so getan, als ob es nur das eine oder andere gäbe.
In diesen Tagen – Mitte der 2020iger – ist AI in aller Munde. Sie potenziert im Bewusstsein vieler Unternehmer und Institutionen die Notwendigkeit sich zu digitalisieren. Aber sind wir nicht schon lange digital? Mobiltelefone funktionieren digital, Funkverbindungen, das Internet, seit mehreren Jahrzehnten arbeiten wir mit Computern. Über alle diese digitalen Kommunikationsmöglichkeiten tauschen wir uns dann aber wieder recht analog aus. In einer Sprache die nicht aus Nullen und Einsen besteht. Also immer noch ein täglicher Digilog, der allerdings verstummen könnte.
Die AI hat uns bald fest im Griff und wir versuchen diese an eine analoge Welt anzupassen. Gesetze sollen diese im Zaum halten, Kennzeichnungspflichten stehen im Raum, Datenschutzverordnungen versuchen LLMs zu bändigen und währenddessen fangen AI System an sich zu verselbstständigen.
Sie entwickeln eigene Sprachen, die für Menschen und selbst Informatiker schwer oder gar nicht nachvollziehbar sind. Wenn aber bald Quantencomputer in „wilder Ehe“ mit Ai Progammen leben wird sich die Macht von künstlicher Intelligenz über Prozesse, Datenbanken und Kreationen extrem potentieren. Dann kann sein, dass die Spielregeln und Gesetze, die sich Menschen gegeben haben, bei AI-Programmen nicht mehr greifen.
Das Vorreiten kann daher auch bedeuten, der erste zu werden, der diesen Gefahren einer schönen neuen Welt zum Opfer fällt. Im ungünstigsten Falle, betrachtet uns eine weit entwickelte und unsere Welt steuernde AI bald als überflüssige Biomasse.
Denn wir dürfen von einer künstlichen Intelligenz nicht erwarten, dass sie uns als Erfinder des Computers oder Entwickler der AI würdigt und uns dehalb für schützenswert hält. Menschen müssen ihren Wert selber erkennen und hochhalten.
Ich treibe augenblicklich die Digitalisierung meiner Unternehmen extrem voran. Wir haben Experten aus verschiedenen Teilbereichen beauftragt uns maximal zu digitalisieren. Dabei stellt sich schon deutlich heraus, dass der Mensch das Mass der Dinge bleibt. Denn Geschäfte laufen ja zwischen Menschen und nicht zwischen Maschinen. Obwohl dies sicher auch bald der Fall sein könnte.
Trotzdem ist der Glaube daran, dass ich einer AI meine Wünsche prompte und dann ein perfektes Produkt in wenigen Minuten habe, sehr reizvoll. Wenn es möglich wird ohne Missverständnisse, die es zwischen Menschen schnell gibt, zum Ziel zu gelangen, werde ich sicher auch zum Vorreiter. Aber ein einsamer Vorreiter, der seine Arbeit ohne Team ohne Gegenpol ohne Wiederspruch mit einer Maschine erledigt.
Da reite ich doch lieber mit einem ganzen Treck von Kollegen in den Sonnenuntergang. Schliesslich liebe ich das Leben in der Gruppe.
Daher schliesse ich mit einem Zitat aus meiner Jugend und der Hitparade: Hey Reiter, vor Reiter… immer weiter.
Der gebürtige Ruhrpottler Rüdiger Konetschny ist Werber mit ganzem Herzen. Seit 30 Jahren arbeitet er als studierter Germanist und Publizist erfolgreich in der Werbebranche. Als Gastdozent war er an der BIZ Iserlohn oder der Hamburg Mediaschool aktiv. Er und sein Team arbeiten europaweit für große Handelsmarken wie Poco, Möbel Boss, Adler, NKD, KiK, Woolworth, TEDi sowie für den BVB, Vorwerk, ThyssenKrupp uvm.

